Gemeinsam mit ABD Solutions und der GMB GmbH, einer Tochter der LEAG, hat staff-eye einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu herstellerunabhängigen autonomen Transportsystemen im Tagebau erreicht.
Im April 2026 wurde ein Muldenkipper unter realen Tagebaubedingungen automatisiert erprobt. Die erfolgreichen Testfahrten zeigen, dass sich bestehende Fahrzeuge mit nachrüstbarer Fahrrobotik automatisieren lassen, ohne an einen einzelnen Fahrzeughersteller gebunden zu sein.

Warum herstellerunabhängige Automatisierung wichtig ist
Viele Tagebaubetreiber arbeiten mit Mischflotten. Dabei kommen Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller, Baujahre und Leistungsklassen zum Einsatz.
Herkömmliche autonome Transportsysteme sind jedoch häufig eng an einen bestimmten Hersteller oder an proprietäre Fahrzeugschnittstellen gebunden. Für Betreiber kann dies hohe Investitionen, technische Abhängigkeiten und eine eingeschränkte Flexibilität bedeuten.
Deshalb haben wir uns bei staff-eye eine zentrale Frage gestellt:
Warum sollte ein autonomes Transportsystem an einen einzelnen Fahrzeughersteller gebunden sein?
Unsere Antwort ist klar: Automatisierung muss sich in bestehende Flotten integrieren lassen. Nur so kann sie wirtschaftlich, skalierbar und langfristig erfolgreich eingesetzt werden.
Erfolgreiche automatisierte Testfahrten im Tagebau
Für die Demonstration wurde ein knickgelenkter Muldenkipper mit nachrüstbarer Fahrrobotik von ABD Solutions ausgestattet.
Die verwendete Technologie betätigt Lenkung, Fahrpedal und Bremse mechanisch. Dadurch waren keine tiefgreifenden konstruktiven Veränderungen an der Fahrzeugarchitektur notwendig.
Während der Erprobung absolvierte der Muldenkipper mehrfach eine zuvor definierte Strecke. Die Fahrten wurden überwacht und durch verschiedene Sicherheitsfunktionen abgesichert.
Dazu gehörten:
- eine manuelle Übernahme durch den Fahrer,
- ein lokaler Not-Halt,
- ein fernbedienbarer Not-Halt,
- die Übertragung von Fahrzeug- und Positionsdaten,
- die Überwachung aus einer mobilen Kontrollstation.
Der zentrale Meilenstein war die erfolgreiche Demonstration der automatisierten Fahrzeugaktuierung und der wiederholgenauen Pfadfolge unter realen Tagebaubedingungen.

Was wurde konkret nachgewiesen?
Die Erprobung hat gezeigt, dass ein bestehender Muldenkipper reversibel automatisiert werden kann.
Dabei konnten insbesondere folgende Funktionen erfolgreich demonstriert werden:
- automatisierte Lenkung,
- automatisierte Betätigung von Fahrpedal und Bremse,
- wiederholtes Abfahren einer definierten Strecke,
- Übertragung relevanter Fahrdaten,
- Überwachung aus einer Kontrollstation,
- unmittelbare manuelle Übernahme,
- lokale und ferngesteuerte Not-Halt-Funktionen.
Damit wurde eine wichtige technische Grundlage für herstellerunabhängige autonome Transportsysteme im Tagebau geschaffen.
Die Rolle von staff-eye als Systemintegrator
staff-eye verbindet Fahrzeuge, Fahrrobotik, Sensorik, Autonomie-Software und digitale Infrastruktur zu einem Gesamtsystem.
Unsere Aufgabe besteht darin, die notwendigen technischen Schnittstellen und Softwarekomponenten zu entwickeln. Dadurch können unterschiedliche Systeme zuverlässig zusammenarbeiten.
Als Systemintegrator übernehmen wir unter anderem:
- die Entwicklung der Systemarchitektur,
- die Integration der Fahrrobotik,
- die Anbindung von Sensoren,
- die Integration von Autonomie-Software,
- die Entwicklung kundenspezifischer Software,
- Simulation sowie Verifikation und Validierung,
- Safety- und Cybersecurity-Konzepte,
- Flottenmanagement und Leitstandintegration,
- technische Dokumentation,
- Unterstützung bei Genehmigungsprozessen.
Das langfristige Ziel ist eine modulare Autonomieplattform, die auf unterschiedliche Fahrzeuge und Hersteller übertragen werden kann.

Vorteile für Betreiber von Mischflotten
Ein herstellerunabhängiger Ansatz bietet Tagebaubetreibern zahlreiche strategische Vorteile. Bestehende Fahrzeuge können durch Retrofit-Lösungen schrittweise automatisiert werden, ohne dass die gesamte Flotte kostenintensiv erneuert werden muss. Gleichzeitig reduzieren offene Schnittstellen und modulare Systeme die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern und schaffen mehr Flexibilität bei der Auswahl von Fahrzeugen, Komponenten und Technologiepartnern. Die Automatisierung kann zunächst mit einzelnen Fahrzeugen oder klar definierten Strecken beginnen und anschließend auf weitere Fahrzeuge und Betriebsbereiche ausgeweitet werden. Perspektivisch lässt sich dieselbe Systemarchitektur für unterschiedliche Fahrzeugplattformen nutzen, wobei jeder Fahrzeugtyp separat angepasst, getestet und freigegeben werden muss. Zudem schützt der modulare Ansatz bestehende Investitionen, da neue Sensoren, Softwarelösungen und weitere Fahrzeugtypen später leichter integriert werden können.
Mehr Sicherheit im Tagebau
Die Verbesserung der Arbeitssicherheit ist ein zentraler Vorteil autonomer Transportsysteme.
Fahrer können perspektivisch aus gefährlichen, monotonen oder belastenden Arbeitsbereichen entfernt werden. Besonders in unübersichtlichem Gelände, bei schlechten Sichtbedingungen oder in instabilen Bereichen kann dies einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit leisten.
Gleichzeitig entstehen neue technische Anforderungen. Dazu gehören sichere Systemzustände, unabhängige Not-Halt-Funktionen, zuverlässige Kommunikation und ein umfassender Safety Case.
Deshalb müssen Sicherheit und technische Entwicklung von Beginn an gemeinsam betrachtet werden.

Höhere Effizienz und bessere Fahrzeugverfügbarkeit
Autonome Transportsysteme können nicht nur die Sicherheit verbessern. Sie bieten auch erhebliches wirtschaftliches Potenzial.
Mögliche Vorteile sind:
- zusätzliche Betriebsstunden,
- bessere Fahrzeugauslastung,
- gleichmäßigere Fahrweise,
- geringerer Kraftstoffverbrauch,
- weniger Verschleiß,
- optimierte Wartung,
- geringere Stillstandszeiten,
- Entlastung bei Fachkräftemangel,
- besser planbare Transportleistungen.
Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist die Nutzung zusätzlicher Betriebszeiten. Automatisierte Fahrzeuge können perspektivisch auch nachts oder in Zeiträumen eingesetzt werden, in denen nicht genügend Fahrer verfügbar sind.
Dadurch können mehr Material transportiert, Fremdleistungen reduziert oder Projekte schneller abgeschlossen werden.
Starke Partnerschaft für autonome Transportsysteme
Das Projekt verbindet unterschiedliche Kompetenzen.
ABD Solutions bringt seine Erfahrung mit nachrüstbarer Fahrrobotik und der Automatisierung von Off-Highway-Fahrzeugen ein.
GMB stellt das reale Einsatzumfeld, die Fahrzeuge und das betriebliche Know-how aus dem Tagebau zur Verfügung.
staff-eye übernimmt die Gesamtsystemintegration, Softwareentwicklung, Simulation, Validierung sowie die Unterstützung bei Safety-, Cybersecurity- und Genehmigungsthemen.
Durch diese Zusammenarbeit entsteht eine Lösung, die nicht nur technisch funktioniert, sondern langfristig auch sicher, wirtschaftlich und skalierbar betrieben werden kann.
Übertragbar auf weitere Branchen
Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auch auf andere Branchen übertragen.
Herstellerunabhängige autonome Transportsysteme sind unter anderem für folgende Bereiche relevant:
- Werkslogistik,
- Industrieanlagen,
- Häfen,
- Flughäfen,
- Logistikzentren,
- Baustellen,
- Land- und Forstwirtschaft,
- kommunale Fahrzeuge,
- automatisierte Shuttle-Systeme.
Überall dort, wo Fahrzeuge wiederkehrende Transportaufgaben in kontrollierten Umgebungen übernehmen, kann ein modularer Automatisierungsansatz einen erheblichen Mehrwert bieten.

Von der Idee zur Realität
Die erfolgreichen Testfahrten zeigen, dass herstellerunabhängige Automatisierung im Tagebau technisch umsetzbar ist.
Der Muldenkipper konnte mit nachrüstbarer Fahrrobotik automatisiert gesteuert werden und eine definierte Strecke wiederholt abfahren.
Damit wurde ein wichtiger erster Meilenstein erreicht.
Der nächste Schritt besteht darin, die Fahrrobotik mit Sensorik, Autonomie-Software, Sicherheitsfunktionen, Flottenmanagement und digitaler Infrastruktur zu einem vollständigen autonomen Transportsystem zu verbinden.
Wir bedanken uns bei den Teams von ABD Solutions, GMB und LEAG für das Vertrauen und die hervorragende Zusammenarbeit.
Gemeinsam arbeiten wir daran, autonome Transportlösungen sicher, wirtschaftlich und unabhängig von einzelnen Fahrzeugherstellern in bestehende Flotten zu integrieren.
Sie planen ein autonomes Transportsystem?
staff-eye unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Integration autonomer Systeme.
Unsere Leistungen umfassen:
- Machbarkeitsanalysen,
- Systemarchitektur,
- Systemintegration,
- kundenspezifische Softwareentwicklung,
- Sensorintegration,
- Simulation,
- Verifikation und Validierung,
- Safety und Cybersecurity,
- Flottenmanagement,
- Leitstandsysteme,
- technische Dokumentation,
- Unterstützung bei Genehmigungen.
Kontaktieren Sie uns:
staff-eye GmbH
E-Mail: info@staff-eye.com


